1. Messen, bevor gebaut wird
Wo brechen Besucher ab, welche Seiten tragen Umsatz, wo bleibt der Warenkorb klein? Ohne diese Zahlen ist jede Maßnahme geraten.
Antwort auf eine häufige Frage
Die ehrliche Antwort: fast nie über eine einzelne Maßnahme, fast immer über eine Reihenfolge. Wer zuerst mehr Besucher einkauft, vervielfacht nur, was der Shop ohnehin tut – auch die Abbrüche.
Kurz beantwortet
Mehr Traffic ist nur die halbe Miete. Entscheidend ist, was dein Shop aus diesem Traffic macht.
Die zehn Hebel
Zu jedem Hebel steht dabei, wann er nichts bringt. Das ist der nützlichere Teil: Er verhindert, dass Zeit in etwas fließt, das im eigenen Shop gar nicht greift.
Passende Ergänzungen genau dann anzeigen, wenn die Kaufentscheidung schon gefallen ist. Wirkt am stärksten bei Sortimenten mit Zubehör oder Verbrauchsmaterial.
Wann es nichts bringt: Bringt wenig, wenn die Vorschläge zufällig sind — dann sind sie nur Störung.
Gratisversand oder eine Prämie ab einem bestimmten Warenkorbwert, dazu ein Fortschrittsbalken. Der Kunde bekommt ein erreichbares Ziel statt einer Rabattaufforderung.
Wann es nichts bringt: Bringt wenig, wenn die Schwelle zu weit über dem durchschnittlichen Warenkorb liegt.
Ein Geschenk kostet nur den Einkaufspreis eines Artikels, ein Rabatt senkt die Marge auf den ganzen Warenkorb.
Wann es nichts bringt: Bringt wenig bei sehr niedrigen Warenkörben, wo die Prämie den Deckungsbeitrag frisst.
Vollständige Angaben, sichtbare Vorteile, Bewertungen, Lieferzeit und Verfügbarkeit an der Stelle, an der die Frage aufkommt.
Wann es nichts bringt: Bringt wenig, solange die Produktdaten unvollständig aus dem ERP kommen — dann zuerst dort ansetzen.
Wer nicht findet, kauft nicht. Eine Suche, die Tippfehler verzeiht, und Filter, die zum Sortiment passen, wirken oft stärker als jede Startseiten-Optimierung.
Wann es nichts bringt: Bringt wenig bei sehr kleinen Sortimenten, in denen ohnehin jeder alles sieht.
Jeder unnötige Schritt, jede Überraschung bei Versandkosten und jede fehlende Zahlart kostet fertige Bestellungen. Der teuerste Abbruch ist der kurz vor dem Ziel.
Wann es nichts bringt: Bringt wenig, wenn die Abbrüche in Wahrheit schon im Warenkorb passieren — deshalb vorher messen.
Ein Treueprogramm macht den zweiten und dritten Kauf wahrscheinlicher. Der Wiederkauf kostet kein Marketingbudget und ist deshalb der günstigste Umsatz.
Wann es nichts bringt: Bringt wenig bei Sortimenten, die man einmal im Leben kauft.
Bestehende Kunden und Partner werben neue — bezahlt wird nur, was tatsächlich verkauft wurde.
Wann es nichts bringt: Bringt wenig ohne Community oder Partner, die überhaupt weiterempfehlen würden.
Viele Aktionen scheitern nicht an der Mechanik, sondern an der Platzierung. Eine gute Aktion, die niemand sieht, ist keine Aktion.
Wann es nichts bringt: Bringt wenig, wenn zu viele Aktionen gleichzeitig laufen und sich gegenseitig entwerten.
Ein bestehender Shop in weiteren Sprachen erschließt zusätzliche Nachfrage, ohne dass ein neues Sortiment nötig wäre.
Wann es nichts bringt: Bringt wenig ohne Versand, Zahlarten und Support für das Zielland.
Reihenfolge
Wo brechen Besucher ab, welche Seiten tragen Umsatz, wo bleibt der Warenkorb klein? Ohne diese Zahlen ist jede Maßnahme geraten.
Checkout, Suche, Produktseiten: Erst dort ansetzen, wo Besucher verloren gehen, die schon da sind.
Cross-Selling, Schwellen und Prämien wirken auf jede Bestellung — auch auf die, die ohnehin gekommen wäre.
Kundenclub, Empfehlungen und Aktionen sorgen dafür, dass ein gewonnener Kunde nicht einmalig bleibt.
Zusätzliche Besucher lohnen sich, wenn der Shop sie in Käufe umsetzt. Vorher wird Budget verbrannt.
Messen
Wer alles misst, entscheidet am Ende nach Gefühl. Für die meisten Shops reichen fünf Zahlen, um zu wissen, wo der nächste Schritt liegt – und um hinterher zu sehen, ob er etwas gebracht hat.
Genau dafür haben wir den cogi Commander gebaut: eine Auswertung für Shopware 6, die zeigt, wie sich der Shop entwickelt und an welcher Stelle Kunden abspringen.
FAQ
Was zuerst, was bringt am schnellsten etwas, und welche Erweiterungen helfen dabei.
In dieser Reihenfolge: zuerst messen, wo der Shop Besucher verliert; dann die Lecks in Checkout, Suche und Produktseiten schließen; dann den Warenkorb über Cross-Selling, Schwellen und Prämien erhöhen; dann Wiederkäufe über Kundenclub und Empfehlungen aufbauen. Zusätzlicher Traffic lohnt sich erst, wenn der Shop ihn in Käufe umsetzt.
Meist der Warenkorb: Cross-Selling und eine sichtbare Schwelle für Gratisversand oder ein Geschenk wirken auf jede einzelne Bestellung und lassen sich vergleichsweise schnell umsetzen. Der Checkout ist der zweite schnelle Hebel, weil dort Kunden verloren gehen, die eigentlich schon kaufen wollten.
Nicht zuerst. Mehr Traffic vervielfacht nur, was der Shop ohnehin tut — auch die Abbrüche. Wer erst die Conversion verbessert, verdient anschließend an jedem eingekauften Besucher mehr.
Conversion-Rate, durchschnittlicher Warenkorbwert, Abbruchpunkte im Checkout, Wiederkaufquote und der Umsatz je Besucher. Diese fünf sagen mehr aus als jede Besucherzahl allein.
Laufend. Ein Shop verändert sich mit jedem neuen Produkt, jeder Kampagne und jeder Saison. Sinnvoll ist ein fester Takt: analysieren, eine Änderung umsetzen, messen, weitermachen.
Für den Warenkorb Cross-Selling und Gratisprodukte mit Fortschrittsbalken, für Wiederkäufe ein Loyalty-System und Empfehlungsprogramme, für neue Märkte automatische Übersetzung, für die Datengrundlage eine Auswertung wie der cogi Commander. Wir entwickeln diese Erweiterungen selbst und haben über 70 davon im offiziellen Shopware Store.
Wir als Shopware-Agentur: Wir analysieren den Shop, priorisieren die Hebel, setzen sie technisch um und messen, ob sie gewirkt haben. Das ist unsere On-Site-Optimierung.
Schreib uns kurz, wie viel Traffic dein Shop hat und wo du das Gefühl hast, dass etwas liegen bleibt. Wir schauen uns die Zahlen an und sagen dir, welche drei Maßnahmen wir zuerst umsetzen würden.